Kubas Intervention in Angola - Intentionen Und Motive

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Institut für Asien- und Afrikawissenschaften SE Kultur und Identität in Afrika: Angola heute SoSe 2009 Ineke Phaf-Rheinberger

Kubas Intervention in Angola  Intentionen und Motive
Irena Kpogbezan-Lämmerer

Leipziger Straÿe 41 10117 Berlin Tel.: 0176/6300 4127 Mail: laemmeri@cms.hu-berlin.de

7. April 2010

Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2 Ideologie 3 Politik 4 Wirtschaft 5 Fazit 6 Bibliographie 2 4 8 12 14 17

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Einleitung

Angola befand sich von 1975 bis 2002 in einem Bürgerkrieg. An diesem Bürgerkrieg beteiligt waren drei Unabhängigkeitsbewegungen; die Movimento Popular de Liber-

1 2 tação de Angola (MPLA) , die Frente Nacional da Libertação de Angola (FNLA) und die União Nacional para a Independência Total de Angola (UNITA) . Dass die MPLA erfolgreich den Sieg davon tragen  also die Regierung Angolas übernehmen und auch behalten  konnte, verdankt sie zu einem groÿen Teil dem Inselstaat Kuba, der 1975 in den Konikt eingri, und wesentlich zum Umschwung der Ereignisse im Sinne der MPLA beitrug. Kuba unterhielt bereits seit den Sechziger Jahren Beziehungen zur MPLA, und unterstützte im Konikt der Siebziger selbige mit Waen, Soldaten und Ausbildern. Fidel Castro, der Staatschef Kubas, wies stets Vorwürfe von westlicher Seite, aber auch von anderen Parteien, Kuba habe versteckte Interessen, zurück. Er betonte stets die rein freundschaftliche Natur der kubanischen Intervention in Angola, die jeglich zum Ziel habe, den Imperialismus zu bekämpfen, und warf seinerseits dem Westen vor, dieser könne sich aufgrund seiner kapitalistischen Grundhaltung nicht vorstellen, dass ein Land uneigennützig handeln könnte, und unterstelle ihm deshalb imperialistische, kapitalistische und andere Interessen. Der auf Lateinamerika spezialisierte Diplompolitologe Wolf Grabendor formuliert Folgendes:  Der hohe moralische Anspruch, der hinter diesem Bekenntnis zu internationaler Solidarität unterentwickelter Länder steht, macht diese Auÿenpolitik dem Westen schwer verständlich.

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Es gibt viele Argumente, die dafür sprechen, dass die Intervention in Angola ein Freundschaftsdienst war. Jedoch gibt es ebenfalls einige Punkte, die dem stark widersprechen. Einige dieser Argumente werde ich im Folgenden einander gegenüber zu stellen versuchen, nebst wirtschaftlichen und politischen Aspekten des Problems. Der Gegenstand dieser Arbeit ist die Fragestellung, ob, und wenn ja, inwiefern Fidel Castros Ideologie und Weltanschauung beim kubanischen Eingreifen in den angolanischen Konikt eine Rolle gespielt haben. Zahlreiche Wissenschaftler haben sich ebenfalls mit dieser Frage beschäftigt. Ich habe dazu hauptsächlich Arbeiten von Politologen gelesen, die meisten mit einem

1 ab hier nur noch als MPLA bezeichnet 2 ab hier nur noch als FNLA bezeichnet 3 ab hier nur noch als UNITA bezeichnet 4 Grabendor 1978, S. 7

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Forschungsschwerpunkt auf Lateinamerika. Der Hauptteil dieser Arbeit ist in drei Teile geteilt. Im ersten Teil untersuche ich Argumente, die für auf Ideologie beruhende Intentionen Kubas sprechen, und Argumente, die gegen solche Motive sprechen. Im zweiten Teil konzentriere ich mich auf die politischen Motive, die Kuba gehabt haben könnte. Abschlieÿend suche ich im dritten Teil der Arbeit nach Argumenten für oder gegen wirtschaftliche Beweggründe Kubas. Die Einteilung der Arbeit in diese drei Gebiete kann allerdings nur eine grobe sein, da diese Bereiche sich häug überlappen und ineinander übergehen.

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Ideologie

Kubas Vergangenheit ähnelt der Afrikas; Sklaverei und Abhängigkeit von fremden Mächten haben das Schicksal des Inselstaats geprägt. Viele Kubaner haben afrikanische Wurzeln, weshalb auch die kubanische Kultur stark von afrikanischen Elementen beeinusst ist. Es besteht also zumindest auf kubanischer Seite ein gewisses Verbundenheitsgefühl. Grabendor schreibt, diese kulturelle und emotionale Verbindung von Kuba mit Afrika spiele bei Kubas Rechtfertigung der Intervention in...
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