Teresa Von Avila

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  • Published : November 29, 2010
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„Sei freundlich zu deinem Leib, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Teresa von Ávila

Kein anderes Zitat der großen spanischen Mystikerin des 16. Jahrhunderts würde ihr Wesen und ihr Wirken besser beschreiben als das Obige. „Sei freundlich zu deinem Leib, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen“- ein Satz, der von vielen zu Teresas Zeit belächelt wurde. So wie Teresa selbst. Eine Frau, die es wagte, in einer so frauenfeindlichen und von Männern dominierenden Welt und Gesellschaft ein Kloster zu gründen? „Der Satan verhält sich wie eine Frau“, wird einer der Heiligen der Epoche, der Gründer des Jesuitenordens, Ignatius von Layola, einmal zitiert und auch Teresa selbst weiß um die Schwierigkeit, im 16. Jahrhundert als Frau geboren worden zu sein: „Wenn ich daran denke, dass ich als Frau geboren bin, fühle ich mich wie gelähmt“ schreibt sie in ihrer 1560 verfassten Biographie. Am 28.03.1515 wird Teresa Sánchez de Cepada y Ahumada in solch eine Welt hineingeboren. In Ávila, einer kleinen Stadt nahe der spanischen Hauptstadt Madrid, als zweites von insgesamt neun gemeinsamen Kindern ihrer Eltern. Ihre Mutter entstammt dem altkastilischen Adel, ihr Vater, welcher noch zwei weitere Kinder in die Ehe mit einbringt, stammt aus einer Handelsfamilie in Toledo, welche 1485 unter dem Druck der beginnenden Inquisition vom Judentum zum Christentum konvertiert war. Die Kindheit Teresas ist geprägt von der Sorge um ihre immer schwangere Mutter und ihrem daraus resultierenden, von Natur aus schon kränkelndem, immer schwächer werdenden Gesundheitszustand, sowie von ihrer Begeisterung für abenteuerliche Ritter- und Märtyrergeschichten, einer Begeisterung, welche sie am liebsten mit ihrem jüngeren „Lieblingsbruder“ Rodrigo nachgeht. Diese von Natur aus und durch die Märtyrergeschichten verstärkte tiefe Sehnsucht nach dem Erlangen der Ewigkeit bei Gott geht bei den beiden so weit, dass sie eines Tages aus dem Haus ihrer Eltern ausbrechen um sich im Land der Mauren enthaupten zu lassen, den Märtyrertod zu sterben, um so schneller ins himmlische Reich zu Gott zu gelangen. Ein Onkel der Familie findet die Kinder allerdings kurz nach deren Ausbruch und bringt sie wohlbehalten zurück. Der Tod ihrer 27- jährigen Mutter 1528 bringt eine erste kleine Wende in dem Leben der 13-jährigen Teresa. Fortan ist es für Teresa wichtig, anderen Menschen zu gefallen und Freundschaften zu schließen, sie liebt es die Kitschromane zu lesen, welche ihr von ihrer Mutter hinterlassen wurden, und wird bald zum Mittelpunkt in ihrem Freundeskreis. Schon hier ist Teresa zwischen ihrer tiefen Frömmigkeit und ihrer Lust am weltlichen Leben teilzunehmen hin- und hergerissen. Ihr steht eine Ehe mit einem Mann aus dem spanischen Adel offen, ein luxuriöses Leben mit Reiten und Tanzen und allem möglichem sonstigen Luxus, den das Spanien des 16. Jahrhunderts kennt. Doch selbst in solch einer Ehe hätte sich Teresa ihrem Mann unterzuordnen und ihm nicht zu widersprechen, eine Tatsache, welche absolut nicht zu dem Wesen der jungen Adelstochter passt. Einige Jahrzehnte später wird Teresa schreiben: „Welche Gnade, wenn Gott einer Frau die Tyrannei eines Ehemanns erspart. Sehr oft richtet er ihren Körper zugrunde. Und manchmal auch die Seele.“ Aus diesem Grund wählt Teresa mit dem Weg ins Kloster zu gehen das für sie „geringere Übel“, eine andere Möglichkeit hatte sie als Frau im 16.Jahrhundert nicht. Mit 16 Jahren tritt sie in das Kloster „De la Encarnación“- „zur Menschwerdung Christi“ in Ávila ein. Während der ersten Monate im Kloster freundet sich Teresa immer mehr mit ihrer Entscheidung für ein Leben im Kloster an, indem sie ihre tiefe Frömmigkeit und ihr Verlangen, Gott in der eigenen Seele zu begegnen, abermals entdeckt. Doch ihr Aufenthalt im Kloster ist nicht von langer Dauer. Nach nur 18 Monaten muss sie das Kloster aufgrund ihres immer schlechter werdenden Gesundheitszustands verlassen und kehrt in das Haus ihres...
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