Romeo and Julia

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  • Published : March 7, 2007
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Werktreue oder Neuinterpretation?
Fragen an die Literaturverfimung am Beispiel
„Romeo und Julia" von William Shakespeare &
„William Shakespeares Romeo und Julia" von Baz Luhrmann

Silvia Neulinger
Görresstr.3
80798 München
Tel.: 089 - 57004130
silvianeulinger@hotmail.com
Literatur und Film: Von der „Kinodebatte" bis zur Literaturverfilmung Fr. Dr. Christina Scherer
Neue Deutsche Literatur
4. Semester
Institut für Deutsche Philologie

Der Film hat sich in den letzten Jahrzenten als eines der wichtigsten Medien herauskristallisiert. Immer wieder werden neue Untergattungen des Films entdeckt. Darunter ist auch die Gattung der Literaturverfilmung zu finden, die versucht zwei Medien miteinander zu verbinden. Die Verfilmung ist ein Schnittpunkt der literarischen und filmischen Institution, die erfolgreichste, aber auch umstrittenste Begegnung zweier erzählender Medien, die man als Vertreter der alten und der neuen Kultur sehen kann. Die Literaturverfilmung ist ein auf einer literarischen Vorlage basierender Film. Diese jedoch bringt eine immer wiederkehrende Problematik mit sich. Inwiefern ist es gestattet, der literarischen Textvorlage abzuweichen und inwiefern ist es möglich ihr treu zu bleiben. Immer mehr Wissenschaftler befassen sich mit dieser Frage. Unter anderem Helmut Schanze und Peter Scheppelern. deren Versuch, einen Weg zu finden, diese Problematik zu lösen, ich in dieser Arbeit heranziehe und versuche eine Theorie für die Literaturverfilmung „William Shakespeares Romeo und Julia" von Baz Luhrmann zu finden und zu analysiern. Ausserdem gehe ich auf die herausragensten Unterschiede zwischen der Literaturverfilmung zu der literarischen Vorlage Romeo und Julias ein.

In den letzten Jahren gibt es immer mehr Verfilmungen von Bestsellern und von unbekannten literarischen Werken, die oftmals durch ihre Verfilmung zu einem nicht unerwünschten Bekanntheitsgrad gelangen. Aber woher kommt auf einmal dieses Interesse für die Literaturverfilmung? Helmut Schanze versucht sich mit der Erklärung, dass wenn man erforschen will, wie, von wem und in welchem Umfang Literatur heute verarbeitet, rezipiert und verbraucht wird, so sollte man sich vor allem den „visuell-kinetischen" Medien zuwenden. Nur so lässt sich der Gegenstand „Litertatur" in seiner ganzen Breite fassen. Schrift bzw. Literatur ist nicht mehr das dominante Medium, das es früher einmal gewesen ist. Seit den 60er Jahren dominieren immer mehr die Medien Film und Fernsehen und drängen die Literatur von ihrem Thron ab. Jedoch geht sie nicht unter, denn in der Filmwirtschaft wird ständig mit ihr gearbeitet/Handel getrieben. Literatur schreibt die Stoffe, gibt die Handlungen vor, die man in Film und Fernsehen sieht. Sie verwandeln die Bücher in visuell-kinetische Produktionen. Die weltbekannte Tragödie Romeo und Julia von William Shakespeare bietet einen immer aktuellen Stoff, an dem sich viele Regiesseure wagen. 1997 war es der australische Regiesseur Baz Luhrmann, der sich dem tragischen Stoff annahm. Aber bevor die Dreharbeiten beginnen, muss man sich die Frage stellen, was man mit einer Literaturverfilmung überhaupt erreichen will: soll die Verfilmung dem literarischen Stoff ähnlich sein und werkgetreu dargestellt werden? Ist eine 100% werkgetreue Verfilmung überhaupt möglich? Oder soll die Verfilmung eine Neuinterpreteation werden und mit der literarischen Vorlage am Ende gar nicht mehr viel gemeinsam haben? „Wir sind der Frage nachgegangen, welche Art von Film Shakespeare drehen würde, wenn er heute noch lebte. Natürlich wissen wir sehr wenig von Shakespeare, aber eines ist sicher: Sein Publikum bestand aus 4.000 meist schreienden, kreischenden, größtenteils betrunkenen und außer Kontrolle geratenen Typen. Die verschiedensten Leute, vom Straßenkehrer bis zur Königin von England, besuchten seine Show im Global Theatre. Um dieses Publikum zu fesseln, zu bewegen, zu erfreuen und zu informieren, setzte er jedes Mittel ein, das ihm zur Verfügung...
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