Edmund Burkes "Sketch of a Negro Code"

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  • Published : January 21, 2011
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1. Einleitung

Unter den zahlreichen Werken des Philosophen und Politikers Edmund Burke befindet sich der „Sketch of the Negro Code“. Hierbei handelt es sich um einen detailliert ausgearbeiteten Plan zur Regulierung des Sklavenhandels und der Sklaverei. Verfasst im Jahr 1780, 27 Jahre bevor der Sklavenhandel auf britischen Schiffen ver-boten wurde, enthält sein Manuskript zahlreiche Punkte, deren Umsetzung den Sklavenhandel und letztendlich die Sklaverei beenden sollten. Angesichts des Umfangs und der damit ver-bundenen Zeit und Mühe, die er beim Verfassen investiert haben muss, verwundert, dass Bur-ke sein Werk nie veröffentlicht hat. Stattdessen schickte er es im Jahr 1792, zwölf Jahre nachdem er ihn verfasst hatte, an den Politiker Henry Dundas. Gegenstand dieser Hausarbeit wird es sein, den „Code“ näher zu betrachten und zu versuchen, einige Fragen, die Burkes Werk aufwirft, zu beantworten. Hierzu werde ich zu-nächst detailliert auf den Aufbau und Inhalt des „Codes“ eingehen. Welche Veränderungen wollte Burke bewirken? Anschließend werde ich einzelne Punkte einer kritischen Analyse unterziehen. Einige Forderungen Burkes wirken unrealistisch und widersprüchlich. Seine Position in Bezug auf den Handel und die Haltung von Sklaven bleibt unklar. Danach werde ich näher auf Burkes Brief an den Politiker Henry Dundas eingehen. dem er seinen „Code“ im Jahr 1792 zukommen ließ, eingehen. Wie rechtfertigt er sich, nur eine schrittweise statt einer sofortigen Abolition zu fordern? Welche Vorteile sah er darin? Schließlich werde ich mich der Frage widmen, warum Burke sein Werk nie veröffent-lichte. Welche Einflüsse mögen ihn davon abgehalten haben? Im letzten Teil dieser Hausarbeit werde ich meine Ergebnisse schlussfolgernd zusam-menfassen.

2. Aufbau und Inhalt des „Codes“

Burke unterteilte seinen „Sketch of the Negro Code“ in vier Teile. Der erste Teil mit dem Titel „The rules for qualifying a ship for the African trade.“ be-inhaltet Anforderungen an die Schiffe, mit denen die Sklaven transportiert werden. So soll jedes Handelsschiff, welches für den Sklavenhandel vorgesehen ist, verpflichtend registriert werden. Die Anzahl der transportierten Sklaven soll zudem auf ein bestimmtes Maß (ein Er-wachsener pro eineinhalb Tonnen Baumaterial) limitiert werden und Regeln bezüglich der Verpflegung der Sklaven während der Überfahrt sollen gewährleisten, dass sich genügend Proviant, Wasser, Kohle und Feuerholz an Bord des Schiffes befindet. Auch Kleidung und Matratzen sollen den Sklaven zur Verfügung gestellt werden (Burke 2008 [1887]: 263-65). Im zweiten Teil des „Codes“, welcher den Titel „The mode of carrying on the trade upon the coast of Africa, which includes a plan for introducing civilization in that part of the world.“ trägt, befasst sich Burke mit dem Sklavenhandel an der afrikanischen Küste, mit dem Ziel einer Zivilisierung der Afrikaner. Durch den Bau von Kirchen, Schulen und Krankenhäu-sern soll die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Afrikas unterstützt werden. Bürokratie und ein komplexes Kontrollsystem sollen den Sklavenhandel regulieren und weniger attraktiv machen. So soll zum Beispiel nur noch an bestimmten, dafür vorgesehenen Plätzen Handel betrieben werden dürfen, unter der ständigen Überwachung von Kontrolleuren. Händler sollen eine spezielle Lizenz für den Sklavenhandel vorweisen müssen, welche von einem lokalen Gouverneur ausgestellt werden soll. Desweiteren sollen nur jene Sklaven verkauft werden dürfen, die bestimmte Anforderungen erfüllen, welche vor jedem Verkauf durch Inspektoren überprüft werden. So soll beispielsweise kein Sklave mehr verkauft werden dürfen, der das 35. Lebensjahr überschritten hat oder der den Anschein macht, er sei entführt worden. Auch schwangere Frauen oder schwach wirkende Menschen sollen vor einem Verkauf und der damit verbundenen Fahrt bewahrt werden. Im Falle einer Krankheit soll der Sklave in das nächste Krankenhaus gebracht werden und erst dann verschifft werden,...
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