Politisches Theater Im 20. Jh.

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  • Published : February 6, 2011
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Referat: Politisches Theater der 20er Jahre

Was ist Politisches Theater?

Im Politischen Theater werden gesellschaftspolitische Themen kritisch betrachtet. Es soll auf Gesellschaftliche Missstände aufmerksam gemacht werden. Die Dramaturgen wollen verändern. Politische Dramen gab es schon zu jeder Zeit. Der Begriff wurde allerdings durch das gleichnamige Werk 1929 von Erwin Piscator geprägt. Entscheidend für die Popularität des politischen Theaters in den 20ern war die russische Theateravantgarde. Die sozialistische Bewegung, die durch die Oktoberrevolution in Russland die Oberhand gewann, beeinflusste das politische Theater in Deutschland.

Erwin Piscator war ein Trendsetter für das politische Theater. Als Intendant und Regisseur, hat er das Geschehen beeinflusst. Er hat die zur Verfügung stehende Technik in seinen Inszenierungen eingebaut. Mit Drehbühnen, Fahrstühlen, Projektionen, Filme, und vieles mehr machte er die Bühne zu einer Plattform der politischen Auseinandersetzung. Er hatte durch die Traumatischen Erfahrungen des I. Weltkrieges eine pazifistisch sozialistische Einstellung und trat schließlich 1918 in die KPD ein. Als er nach Berlin zog, schloss er sich, wie George Grosz, den Dadaisten an. 1921 gründete er das erste Proletarische Theater. 1926 erregte Piscator Aufsehen mit einer Gastinszenierung von Schillers Räuber am Preußischen Staatstheater. Peter Jung kommentiert:

Erwin Piscator. Das politische Theater. Ein Kommentar. Berlin 2007. S. 162 „Vor einer simultanen Etagenbühne wurde in ineinander verschränkten Sequenzen der bandeninterne Gegenspieler des Grafensohns Karl Moor, Moritz Spiegelberg, in Trotzki-Maske als ein Verstandesrevolutionär bolschewistischer Prägung in Szene gesetzt. Der „ Schillersche Bösewicht Spiegelberg avancierte zum Helden, der sich nicht von persönlichen Gefühlen oder Ehrgeiz verführen lässt.“

Ein Jahr später eröffnete Piscator sein eigenes Theater: Die Piscator Bühne. Hier konnte er seine technischen Innovationen der Bühnentechnik freien Lauf lassen. Leider musste er dann aufgrund der immensen Kosten 1928 schon wieder Konkurs anmelden. Er hatte dann zweimal versucht wieder auf die Beine zu kommen aber die Wirtschaftskrise 1929 verhinderten sein Plan. Er verfasse dann ein Skript „Das Politische Theater“, um seine Einstellung, dass das Theater als Plattform der politischen Meinungsbildung bedeutend ist.

Berthold Brecht arbeitete viel mit Piscator zusammen, da sie gemeinsame Interessen und Ziele hatten. Brecht war zwar ebenso überzeugter Kommunist, trat aber nie in die KPD ein. Seiner Einstellung entsprechend entwickelte er aus den Ideen Piscators das Epische Theater. Man kann das epische Theater nicht als Gegenteil des klassischen ansehen. Laut Brecht ist es lediglich eine Akzentverschiebung. Episches Theater soll zum kritischen Denken anregen. Dazu bedient er sich folgender Mittel: • Der Zuschauer soll sich nicht mit den Darstellern identifizieren können • Es soll in erzählender Form sein damit die Aktivität des Zuschauers geweckt wird. • Man soll als Zuschauer eine Distanz zum Geschehen haben um den Stoff kritisch zu betrachten. • Durch Bühnenbild und abstrakte Darstellung kann die Distanz noch verstärkt werden. • Die Illusion des Theaters soll bewusst gemacht werden. • Vom Schauspieler wurde verlangt sich in die gespielte Person rein zu versetzen und daraus seine Handlungen erarbeiten

Politisches Theater in den 20er Jahren war aber nicht nur Piscator und Brecht. Viele politische Interessengemeinschaften nutzten das Theater um ihre Propaganda unters Volk zu bringen.

Beispielsweise die Agitprop Gruppen, Das waren laienschauspielgruppen, die durchs Land zogen und während Streiks oder bei Wahlkämpfen versuchten Anhänger zu werben.

Von l’art pour l’art ist hier nichts mehr zu spüren. Das wurde allerdings auch heftig kritisiert.

Zur Erklärung: Agitprop ist ein Kunstwort aus Agitation (Aufrühren, Aufwiegeln) und Propaganda

Ein Beispiel...
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