John F. Kennedy: Die Berlinrede 1963

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  • Published : December 6, 2010
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John F. Kennedy: Die Berlinrede 1963

Analyse einer Rede

Die Aufteilung Berlins seit 1945 in Ost und West verfestigte sich endgültig durch den

Mauerbau ein Jahr später. Eine der Stationen hatte der amerikanische Präsident

John F. Kennedy bei seiner Europareise in Berlin. Dort am Schöneberger Rathaus

hielt er 1963 seine bis heute wichtige Rede, die den berühmten Satz „Ich bin ein

Berliner“ enthielt.

Als Einleitung seiner Rede von Zeile 1-10 begrüßt John F. Kennedy die hohen

anwesenden Autoritäten, der zu der Zeit amtierende Bürgermeister Westberlins und

General Clay, ehrenvoll nennt und begrüßt. Kennedy spricht ausdrücklich seinen

Stolz und Dank an

Berlin aus, an diesem Ort present zu sein.

Im Abschnitt Z. 11-24 spricht Kennedy als erstes Thema den Kommunismus und

damit all die Leute auf der Welt an, in dieser Glaubensrichtung läge de Zukunft, mit

dieser könne man zusammenarbeiten, sogar auf wirtschaftlicher Basis. All die

Menschen, die dieser Meinung sind, sollen nach Berlin kommen und sich selbst ein

Bild des Kommunismus machen.

Kennedy bedankt im folgenden Abschnitt (Z. 25-35) sich stellvertretend für die

Einwohner der Vereinigten Staaten bei den Berlinern, in den letzten 18 Jahren Teil

deutscher Geschichte geworden zu sein, bei einer Stadt, die trotz größter

Zerstörungen trotzdem wieder zurück in das Leben kommen konnte.

Weiter kommt der Präsident in Z. (36-42) auf das Resultat kommunistischen

Denkens zu sprechen, was die Mauer und damit die Verletzung der Menschenrechte

zur Folge hatte. Die Mauer trennte Menschen, die zusammen gehörten. Die Rede ist

von Familien, die auseinander gerissen worden sind.

Die Voraussetzung für Frieden in Berlin, Deutschland und Europa ist die

Gewährleistung von Grundrechten wie der freien Wahl und das Recht, mit den

Menschen zusammen zu sein, mit denen man das Verlangen dazu hat.

Zum Schluss appelliert Kennedy die Zuhörer, in der Zukunft Berlins und

Deutschlands die Freiheit in Gerechtigkeit entgegen zu sehen und die Gegenwart zu

überwinden. Ist dieses Ziel erreicht, dann kann von einer Vereinigung Europas mit

der Welt gesprochen werden. Der Präsident beendet seine Rede als freier Stolzer

Mann mit dem Ausruf „Ich bin ein Berliner“!

Insgesamt dominieren in der Berlinrede positive Wertvorstellungen durch Ausdrücke

wie „Freiheit“, „Demokratie“ (z.B. Z. 25), „Recht und „Frieden“ (Z. 47f.). Kennedy

verleitet die Zuhörer des Öfteren zur Identifikation mit Berlin und Deutschland. Dies

wird zu Beginn der Rede sehr stark deutlich, indem der Präsident von „Ihrem

hervorragendem Herrn Bundeskanzler“ (Z. 5f.), „Ihre Stadt“ (Z. 8) spricht. Wichtig ist

hier das Possessivpronomen „Ihrem“ und „Ihr“, das besitzanzeigend die

Zugehörigkeit verrät. Mit den wiederholenden Ausrufen „Ich bin Stolz“ in Z. 1, 3, 8

erhalten die Berliner eine letzte Bestätigung, sich mit Berlin identifizieren zu können.

Dadurch, dass Kennedy die beiden Zitate „Ich bin ein Bürger Roms“ und „Ich bin ein

Berliner“ parallelisiert, aber doch verdeutlicht, der „Berliner-Satz“ sei ab heute der

stolzeste Satz, erteilt er den Zuhörern das Gefühl, etwas Höheres, Wichtigeres zu

sein. Kennedy respektiert die Stadt der Zuhörer in Z. 33ff., trotz des Krieges zurück

zu Stärke vor allem gefunden zu haben. Geschickterweise erwähnt er dies, nachdem

er die 18-jährige Belagerung dieser Stadt anspricht, die ein dunkles, schwaches Bild

über Berlin wirft, dieses aber durch seinen Respekt gegenüber dem Wiederaufbau

Berlins korrigiert, was die Berliner aufatmen lässt. Dabei wählt er ausdrucksstarke,

positive Substantive und Adjektive („ungebrochener Vitalität“, „unerschütterlicher

Hoffnung“ „gleicher Stärke“, „gleichen Entschlossenheit“) Die Anaphern der Vorsilbe „un-„ und „gleich sind parallel angeordnet und wirken poetisch. In Z. 43-45 sagt

Kennedy, Friede sei solange nicht gewährleistet, solange jedem...
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